Anna-Sophie Berger

— Growing Horns

Einzelausstellung

  • Anna-Sophie Berger, epimedium, 2015, Courtesy JTT, New York
    Anna-Sophie Berger, epimedium, 2015, Courtesy  JTT, New York
  • Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
    Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
  • Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
    Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
  • Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
    Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
  • Anna-Sophie Berger, a promised cure, 2015, Courtesy JTT, New York
    Anna-Sophie Berger, a promised cure, 2015, Courtesy  JTT, New York
  • Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
    Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
  • Alexander Berger, clay mask with one eye, ca. 1970, Courtesy JTT, New York
    Alexander Berger, clay mask with one eye, ca. 1970, Courtesy JTT, New York
  • Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
    Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
  • Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
    Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
  • Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
    Anna-Sophie Berger, Growing Horns, 2015, Courtesy JTT, New York
  • Anna-Sophie Berger, Albert, 2014, Courtesy JTT, New York
    Anna-Sophie Berger, Albert, 2014, Courtesy  JTT, New York
  • Anna-Sophie Berger, when I am with you / when I am not there, 2014, Courtesy JTT, New York
    Anna-Sophie Berger, when I am with you / when I am not there, 2014, Courtesy JTT, New York

„An einem Ort, an dem man nicht zu Hause ist, kann ein Rezept das Gefühl von Vertrautheit wieder herstellen. Es ist eine Form der Übersetzung, ein ideeller Transport.“ – Anna-Sophie Berger

Am 19. April eröffnet MINI/Goethe-Institut Curatorial Residencies Ludlow 38 die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin Anna-Sophie Berger in den Vereinigten Staaten. Berger zählt zu einer Generation junger Künstler/innen, die in ihren medienübergreifenden Werken die Prozesse des Digitalen und deren Einfluss auf unsere Gesellschaft kritisch reflektiert. In der Ausstellung Growing Horns treten Bergers Fotografien und installative Arbeiten in einen engen Dialog und kreieren einen Raum, der offen ist für Empathie und Sinnlichkeit. Eine neue Performance, die sie zusammen mit der Künstlerin Dena Yago konzipierte, feiert am 14. Mai um 20 Uhr im Rahmen der Ausstellung Premiere.

Für die Ausstellung Growing Horns widmet sich Berger manuellen Prozessen der Materialproduktion und deren Bedeutung für die Gegenwart. Ihre einzelnen Arbeiten befassen sich mit der Widerständigkeit von Dingen, die sich dem Regulativ einer kommerziellen Verwertung und der Logik des wahrnehmenden Subjekts entziehen. In diesem Sinn ist Bergers Arbeiten formal eine materielle Veränderlichkeit eingeschrieben, die Prozesse der Transformation und des Übergangs sichtbar werden lässt.

In der Ausstellung spielt die Ziege als Nutztier, Mythos und Symbol eine wesentliche Rolle. Growing Horns (2015), eine dreiteilige Fotografieserie, dokumentiert zwei Kaschmirziegen, die Bergers Eltern auf dem Land als Haustiere halten. Die Fotografien entstanden, während den Tieren die weiche Unterwolle zur Gewinnung von Cashmere ausgekämmt wurde. Die Stoffarbeit Losing Winter / Missing Snow (2015) zeigt zwei weiße an den Ärmeln verknotete Mäntel. Ihre Form ist identisch, nur ihre Stofflichkeit lässt sie zu zwei verschiedenen Objekten werden. Die fetthaltige Salbe A Promised Cure (2015), die auf einer pharmazeutischen Rezeptur basiert, erweitert den Fokus der Ausstellung und hinterfragt die Versprechen medizinischer Heilsverfahren und ihre Wirkweisen. Diese in der Ausstellung versammelten Werke sind als mimetische Abbilder der Natur zu verstehen, die andeuten, wie die Wahrnehmung von Natur und Natürlichem heute durch digitale Technologien gefiltert wird und wie Prozesse des Vergessens und der Wiederaneignung das Nachahmen von rituellen Handlungen und Traditionen verändern, beeinflussen und prägen.

In Bergers Performances spielen Momente des Sinnlichen und des physisch Erfahrbaren eine zentrale Rolle. Meist basieren sie auf simplen Gesten, die auf Aspekte wie Menschlichkeit, Zusammenleben und den Schutz ethischer Werte verweisen. Für Growing Horns hat Berger die in Los Angeles lebende Künstlerin Dena Yago (*1988) eingeladen, gemeinsam mit ihr eine neue Arbeit zu realisieren. In a Future April (2015) hinterfragt den Begriff der Autorenschaft und wird einzelne Elemente in der Ausstellung aktivieren. So bricht das statische Ausstellungsformat auf und der Raum wird für Prozesse der Veränderung geöffnet.

Anna-Sophie Berger (*1989) studierte Modedesign und Transdisziplinäre Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihr Zugang zur Bildenden Kunst zeichnet sich durch eine besonders analytische Tiefe und bemerkenswerte Genrefreiheit aus. Subtil hinterfragen ihre Stoffarbeiten, Fotografien, Installationen und Performances die Sinnlichkeit des Materials und legen die im kommerziellen Bereich unsichtbaren Produktionsprozesse offen. Seit 2012 werden Bergers Werke in internationalen Galerien und Institutionen präsentiert. Allein 2014 stellte sie unter anderem im 21er Haus, Wien; JTT, New York; Utopian Slumps, Melbourne; Mathew Gallery, Berlin; Futura, Prag; Rod Barton, London und Off Vendome, Düsseldorf aus. Ihre Performances und Ausstellungen wurden in den Kunstmagazinen Artforum, frieze d/e, KubaParis und Mousse Magazine rezensiert. Berger lebt und arbeitet in Wien.

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Features

Video – Growing Horns
PDF – Growing Horns

Die Ausstellung wurde mit Unterstützung vom Bundeskanzleramt Österreich ermöglicht.

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