Mario Pfeifer

— #blacktivist

Videoinstallation

  • Mario Pfeifer, #blacktivist, Courtesy of KOW, Berlin
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  • Mario Pfeifer, #blacktivist, Courtesy of KOW, Berlin
    Mario Pfeifer, #blacktivist, Courtesy of KOW, Berlin

Ab dem 9. September präsentiert MINI/Goethe-Institut Curatorial Residencies Ludlow 38 Mario Pfeifers erste Ausstellung in den Vereinigten Staaten. Gezeigt wird #blacktivist, eine neue 4K-Videoarbeit, die der Künstler in Ko-Regie mit Drew Arnold in New York produzierte. Die Flatbush ZOMBIES – Erick Arc Elliott, Meechy Darko und Zombie Juice – haben ihren neuen Song Blacktivist in die Zusammenarbeit einfließen lassen. Entstanden ist ein gesellschaftspolitisches Video, das über Polizeigewalt, Strafverfolgung sowie das Recht zur Selbstverteidigung reflektiert. Szenen, die an die Ästhetik klassischer Musikvideos erinnern, vereinen sich mit gefundenem Filmmaterial, dokumentarischen Aufnahmen und 3D-Animationen zu einer kritischen Zeitanalyse. Im Kern widmet sich #blacktivist der Frage, wie in einer vermeintlich post-ethnischen Gesellschaft Formen von Gewalt und Unterdrückung verhandelt und aufgearbeitet werden.

#blacktivist nimmt Stellung zu den gegenwärtigen Ereignissen. Der Titel bezieht sich auf „Black activist on activist“, den ersten Vers des Songs der Flatbush ZOMBIES, dem eine Reihe doppeldeutiger Referenzen auf die Alltags- und Konsumkultur in den Vereinigten Staaten folgen. Neben kritischen Kommentaren zur Fernsehwelt wurden auch der Erste und Zweite Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung thematisiert, die neben dem Recht auf freie Meinungsäußerung und Religionsfreiheit auch das Recht auf den Besitz von Waffen zur Selbstverteidigung schützen. Dem Konflikt zwischen bewaffneter Selbstverteidigung einerseits und eskalierender Waffengewalt anderseits werden im Video die Kraft des Bildes und das Potenzial der Stimme gegenübergestellt. Sequenzen gewaltsamer Polizeiübergriffe, aufgenommen von Handy-, Überwachungs- und Körperkameras, machen die Zuspitzung der Ereignisse deutlich. In anderen Szenen treten die Flatbush ZOMBIES in einer animierten 3D-Welt zwischen filmischen Überblendungen und Chroma Key-Landschaften auf und reagieren mit ihren Botschaften auf aktuelle weltpolitische Ereignisse. Der Höhepunkt der Narration manifestiert sich schließlich in der Wiedergeburt der Rapper als pazifistische Freiheitskämpfer.

Der zweite Teil der Ausstellung präsentiert eine mehrkanalige Videoinstallation, die wiederum einen analytischen Blick auf die Bildsprache des Musikvideos richtet. In langen Einstellungen dokumentiert die Kamera die 3D-Druckwerkstatt Defense Distributed, ein nichtkommerzielles Unternehmen in Austin, Texas, das die Entwicklung frei verfügbarer Waffendesigns mit der Berufung auf das Recht zur Selbstverteidigung legitimiert und damit die gesetzliche Regelung und das wirtschaftliche Monopol des Waffenvertriebs in den Vereinigten Staaten in Frage stellt. #blacktivist ist in diesem Sinne nicht nur ein Musikvideo, sondern auch eine Reflektion über die Kraft und Reichweite medial vermittelter Bilder in unserer Gesellschaft.

Mario Pfeifer (*1981 in Dresden) lebt in Berlin und New York. Er studierte an der Städelschule, Frankfurt am Main, und war Fulbright-Stipendiat am California Institute of the Arts, Los Angeles. 2012 hatte Pfeifer eine Residenz im ISCP, New York. Seine Film- und Videoarbeiten konzipiert er vor kulturellen Hintergründen, indem er lokale Kontexte recherchiert und diese mit historischen, gesellschaftspolitischen und dokumentarischen Referenzen zu einem vielschichtigen Gesamtwerk verknüpft. Pfeifer präsentierte seine Werke unter anderem im MMK, Frankfurt am Main; Frankfurter Kunstverein; Weserburg, Bremen; Los Angeles County Museum of Art; Khoj, New Delhi und Project 88, Mumbai. Sein Projekt Approximation (2014-15) wurde in Einzelausstellungen im Museo Nacional de Bellas Artes, Santiago de Chile, und bei KOW, Berlin, gezeigt. Im späteren Verlauf des Jahres wird es im Fotomuseum Winterthur und am 22. September um 19 Uhr im Goethe-Institut New York präsentiert.

Drew Arnold arbeitet als Motion-Designer und lebt in New York. Zu seinen bisherigen Projekten zählen Kanye Wests Video BLKKK SKKKN HEAD, Beyonces Performance bei den United Nations und ihre interaktive Liveshow Run The World.

Die Flatbush ZOMBIES sind ein Hip-Hop-Trio, das sich 2010 in Flatbush, New York gründete. 2012 veröffentlichten sie ihr erstes Video Thug Waffle, dem zwei Jahre später die Debut EP Clockwork Indigo folgte. In diesem Jahr sind unter anderem der Song Half-Time mit ASAP Twelvy, Plz Don’t Make Me Do It mit Domo Genesis und das Video #blacktivist mit Mario Pfeifer und Drew Arnold entstanden. Die Flatbush ZOMBIES spielen in ausverkauften Konzerthallen in ganz Nordamerika und Europa.

Die Ausstellung wird von KOW, Berlin, und dem Videosystem von ArtPlay, New York, freundlich unterstützt. Wir danken: Ken Again, Drew Arnold, Christoph Bartmann, Wenzel Bilger, Sonam Chandna, Chantal Chaneco, Josh Dick, Jade Elliott, Stanislaw Grünstein, Steven Gatti, Sarah Hein, Bianka Hoffmann, Xaivia Inniss, Michael Intile, Alec Iselin, Christyna Kay, Alexander Kellogg, Alexander Koch, Nicole Lampon, Jessica Lehrman, Tahyra Luck Garcia, Harry Mizrahi, Yvette Mutumba, Nikolaus Oberhuber, Raphael Oberhuber, Earl Powell, Jessica Rosado, Haitham Roston, Ari Schaffer, Patricia Shea, Sara Stevenson, Kevin Westphal, Natalie Wichmann, Kenneth Zammito, Flatbush ZOMBIES. Bitte klicken Sie hier um die Pressemitteilung als PDF herunterzuladen.