Gruppenausstellung

— Natural Flavor

Künstler/innen: Maja Cule, Olivia Erlanger & Jessi Reaves, Simon Dybbroe Møller, Rasmus Høj Mygind, Kate Newby, Kayode Ojo, Hayley Aviva Silverman und Kerry Tribe

  • Kate Newby, Don’t be all scared like before, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
    Kate Newby, Don’t be all scared like before, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
  • Kate Newby, Don’t be all scared like before, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
    Kate Newby, Don’t be all scared like before, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
  • Kate Newby, Don’t be all scared like before, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
    Kate Newby, Don’t be all scared like before, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
  • Natural Flavor, 2015, Installation view
    Natural Flavor, 2015, Installation view
  • Natural Flavor, 2015, Installation view
    Natural Flavor, 2015, Installation view
  • Natural Flavor, 2015, Installation view
    Natural Flavor, 2015, Installation view
  • Natural Flavor, 2015, Installation view
    Natural Flavor, 2015, Installation view
  • Simon Dybbroe Møller, The Embrace, 2015, Courtesy of Francesca Minini, Milan
    Simon Dybbroe Møller, The Embrace, 2015, Courtesy of Francesca Minini, Milan
  • Kayode Ojo, Recycled Painting (Pink Marble), 2015, Courtesy of the artist
    Kayode Ojo, Recycled Painting (Pink Marble), 2015, Courtesy of the artist
  • Rasmus Høj Mygind, Europa, 2015, Courtesy of the artist
    Rasmus Høj Mygind, Europa, 2015, Courtesy of the artist
  • Olivia Erlanger & Jessi Reaves, City Animals, 2015, Courtesy of Bridget Donahue, New York
    Olivia Erlanger & Jessi Reaves, City Animals, 2015, Courtesy of Bridget Donahue, New York
  • Kate Newby, The more I listen to it the more I love it, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
    Kate Newby, The more I listen to it the more I love it, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
  • Kate Newby, The more I listen to it the more I love it, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
    Kate Newby, The more I listen to it the more I love it, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
  • Kate Newby, The more I listen to it the more I love it, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
    Kate Newby, The more I listen to it the more I love it, 2015, Courtesy of Laurel Gitlen, New York
  • Hayley Aviva Silverman, Cleanliness, 2015, Courtesy of Bodega, New York
    Hayley Aviva Silverman, Cleanliness, 2015, Courtesy of Bodega, New York
  • Hayley Aviva Silverman, Cleanliness, 2015, Courtesy of Bodega, New York
    Hayley Aviva Silverman, Cleanliness, 2015, Courtesy of Bodega, New York
  • Hayley Aviva Silverman, Cleanliness, 2015, Courtesy of Bodega, New York
    Hayley Aviva Silverman, Cleanliness, 2015, Courtesy of Bodega, New York
  • Maja Cule, Facing the Same Direction, 2014, Courtesy of the artist
    Maja Cule, Facing the Same Direction, 2014, Courtesy of the artist
  • Maja Cule, Facing the Same Direction, 2014, Courtesy of the artist
    Maja Cule, Facing the Same Direction, 2014, Courtesy of the artist

Am 12. November eröffnet MINI/Goethe-Institut Curatorial Residencies Ludlow 38 Natural Flavor, die letzte Ausstellung des Jahres 2015. Gezeigt werden Werke von neun Künstler/innen, die sich mit den Prozessen der Urbanisierung, dem Einfluss des Postfordismus oder der sich verändernden Idee von Freizeit und Erholung beschäftigen. Die Arbeiten problematisieren die Entfremdung von der Natur und richten einen neuen Fokus auf die oft unterdrückte Sehnsucht nach Momenten der Entschleunigung. Im Kern wirft Natural Flavor die Frage auf, wie Städte, Infrastrukturen und neue Technologien unser Leben prägen und verändern.

Der paradoxe Titel Natural Flavor beschreibt eine gegenwärtige Entwicklung, in der das Natürliche zu einer Projektionsfläche für Imitationen und technologische Innovationen geworden ist. Es scheint sich eine zweite, unechte Natur herausgebildet zu haben, die erst durch kulturelle Modifizierungen und Prozesse der Kommodifizierung geschaffen wird. Dieses neue Phänomen bestimmt unsere Wahrnehmung von Natur und bricht gleichzeitig mit der dichotomen Natur-Kultur-Trennung, die naturwissenschaftliche und philosophische Diskurse seit der Neuzeit prägt. Die gegenwärtige Zentralisierung in Städten, die zunehmende Digitalisierung und die Anforderungen des neoliberalen Marktes tragen zu dieser Entwicklung ebenso bei wie die ökonomischen Umstrukturierungen in ländlichen Gebieten.

Die an der Ausstellung teilnehmenden Künstler/innen leben in den Städten New York, Los Angeles und Wien. In ihren Arbeiten setzen sie sich kritisch mit den Phänomenen der Urbanisierung und dem sich verwandelnden Verhältnis zwischen Mensch und Natur auseinander. Maja Cules Videoarbeit Facing the Same Direction (2014) spielt in New York und beschäftigt sich mit den allgegenwärtigen Anforderungen der sogenannten „Do What You Love“-Kultur. Olivia Erlanger & Jessi Reaves zeigen City Animals (2015), eine kollaborative Arbeit, in der sich Handwerk, Design und künstlerische Praxis zu einem skulpturalen Ensemble vereinen. In ihrer räumlichen Installation arbeite Kate Newby mit rotem Tauseil, einem Windspiel aus Ton sowie soliden Glassteinen und integriert die Elemente auf subtile Weise in die gegebenen Architekturen. Simon Dybbroe Møllers Fotografie The Embrace (2015) porträtiert einen Koch und einen Klempner in inniger Umarmung. Die dargestellte Emotionalität lässt die professionelle Leistung der beiden Akteure in sich zusammenbrechen. In der kleinformatigen Seidenmalerei Europa (2015) beschäftigt sich Rasmus Høj Mygind mit der gegenwärtigen Rolle von Künstler/innen und fragt, welche Bedeutung die Begriffe Kreativität und Genialität für unsere Gesellschaft haben können. Neben einer gestischen Malereien präsentiert Kayode Ojo eine skulpturale Wandarbeit, die sich auf das urbane Architekturerbe der Moderne bezieht. Aus ihrer Serie der lasierter Suppenschalen zeigt Hayley Aviva Silverman Cleanliness (2015) und verweist damit auf die Symbolhaftigkeit von Lebensmitteln und die Geschichte des amerikanischen Hobos. Die Videoinstallation Forest for the Trees (2015) von Kerry Tribe ist eine metaphorische Textarbeit über die distanzierte Erfahrung von Natur. Zwischen Zimmerpflanzen und professionellem Filmequipment läuft ein Text in Endlosschleife über einen Monitor. In der Vielfalt der gezeigten Werke spiegeln sich die Bedingungen und Anforderungen wider, denen sich Menschen in urbanen Kontexten zwischen Konsum, Arbeit und Erholung alltäglich stellen. 

Maja Cule (*1984 in Rijeka) lebt in New York. In ihren Videoarbeiten untersucht sie unsere sozialen Beziehungen und kreiert gleichzeitig eine Bildwelt, in der das Schauspiel enttarnt und die Prozesse der Bildproduktion offen gelegt werden. Cule hatte Einzelausstellungen bei Arcadia Missa, London; Stadium Gallery, New York (zusammen mit Dora Tudor), und CEO Gallery, Malmö. Ihre Arbeiten wurden in Gruppenausstellungen bei Galerie Andreas Huber, Wien; Hessel Museum of Art, New York und im Palazzo Peckham bei der 55. Venedig Biennale gezeigt.

Olivia Erlanger (*1990 in New York) lebt in New York. Sie studierte Bildhauerei und Literatur am Lewis and Clark College, Portland und an der Parsons School of Design, New York. Erlangers Arbeiten beschäftigen sich mit den Lebensbedingungen und Konsequenzen einer Welt, die sich immer schneller zu verändern scheint. Ihre mehrteiligen Skulpturen schaffen Räume, in denen das Scheitern von Bewältigungsstrategien, Konventionen und Träumen thematisiert wird. Erlanger zeigte Einzelausstellungen unter anderem bei Balice Hertling, New York; Seventeen, London und Fluxia, Mailand. Sie nahm außerdem an Gruppenausstellungen bei Pilar Corrias, London; Center for Style, New York und Dark Arts International, Mexiko-Stadt, teil. Sie ist Ko-Direktorin des Off-Spaces Grand Century in New York. 

Simon Dybbroe Møller (*1976 in Aarhus) lebt zurzeit in Wien. Er studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf und schloss sein Studium 2005 an der Städelschule, Frankfurt am Main, ab. Møllers Arbeiten manifestieren sich in den unterschiedlichen Medien Fotografie, Skulptur, Malerei und Video. Seinem Werk wurden Einzelausstellungen im 21er Haus, Wien; Fondazione Giuliani, Rom; Objektiv Exhibitions, Antwerpen; Kunstverein Hannover; UMMA, Ann Arbor und bei West London Projects gewidmet. Außerdem nahm Møller an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen bei Institutionen wie dem Centre Pompidou, Paris; De Hallen Haarlem; National Museum of Art, Oslo; MOCA Cleveland; Hamburger Bahnhof, Berlin und Barbican Centre, London, teil. 

Rasmus Høj Mygind (*1982 in Ebeltoft) lebt in Kopenhagen und wohnt zurzeit in New York. Sein Studium der Bildenden Kunst an der Königlich Dänischen Kunstakademie, Kopenhagen, schloss er 2010 ab. 2015 hatte er eine Künstlerresidenz am ISCP, Brooklyn. Myginds Arbeitsweise zeichnet sich durch eine große Genrefreiheit aus, wobei seine Werke stets Produktionstechniken aus der Populärkultur mit konventionellen künstlerischen Techniken verbinden und dabei Malerei, Bildhauerei und Installation neu definieren. Er hatte Einzelausstellungen bei OTHER Projects, Berlin; Ringsted Galleriet und in der Henningsen Gallery, Kopenhagen. Darüber hinaus nahm er an internationalen Gruppenausstellungen im Astrup Fearnley Museum, Oslo; Galerie West, Den Haag; Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen und in der Kunsthalle Malmö teil. Mygind ist Ko-Direktor des Kopenhagener Off-Spaces TOVES.

Kate Newby (*1979 in Auckland) lebt in New York. Sie studierte an der Elam School of Fine Art, Auckland. Newbys Installationen zeichnen sich durch eine intensive Beschäftigung mit den Besonderheiten des Ausstellungsraums aus und verbinden kleine, handgefertigte Arbeiten mit gefundenen Objekten. Sie stellte unter anderem bei Laurel Gitlen, New York; Lulu, Mexiko-Stadt; La Loge, Brüssel und Fogo Island Gallery, Neufundland, aus. Ihre Arbeiten wurden außerdem in Gruppenausstellungen bei Marianne Boesky, New York; GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen; Arnolfini, Bristol und im Witte de With, Rotterdam, präsentiert.

Kayode Ojo (*1990 in Cookeville) lebt in New York. 2012 schloss er sein Fotografiestudium an der School of Visual Arts, New York, ab. Ojos Arbeiten reichen von Malerei bis hin zu skulpturalen Installationen und hinterfragen die Bedeutung von sozialem Status und aktuellen Statussymbolen, indem sie sich auf verführerische Momente unserer Konsumkultur beziehen. Ojo nahm an Ausstellungen bei 55 Gansevoort, FOUR A.M., New York und im Institut für Alles Mögliche, Berlin, teil.

Jessi Reaves (*1986 in Oregon) lebt in New York. 2009 absolvierte sie ihr Bachelorstudium an der Rhode Island School of Design. Reaves’ Arbeiten sind sowohl Skulptur als auch Mobiliar, Kunst wie Design. In ihren Werken versucht sie, die dystopischen Bezüge perfekter, industrieller Feinheit, die der Geschichte der Bildhauerei und des Designs eingeschrieben ist, mit Fantasie, Scheitern und Exzess zu durchkreuzen. Reaves stellte unter anderem im Swiss Institute, Old Room Gallery und M/L Art Space in New York aus. Sie wird von Bridget Donahue, New York, vertreten. 

Hayley Aviva Silverman (*1986 in New York) lebt in New York. Sie studierte Interdisziplinäre Bildhauerei am Maryland Institute College of Art, Baltimore. Für ihre Skulpturen, Objekte und inszenierten Performances eignet sich Silverman Americana, Fabeln und Volksmärchen an und denkt so das Anarchische und Mythologische neu. In ihren Arbeiten, die oft in Analogie zur Freud’schen Objektbesetzung gelesen wurden, sind die einzelnen Objekte mit Pathos und Spiritualität aufgeladen. Silverman nahm an internationalen Gruppenausstellungen im MoMA PS1, New York; Sculpture Center, New York; The Art Foundation, Athen und der 14. Venedig Architekturbiennale teil.

Kerry Tribe (*1973 in Boston) lebt in Los Angeles. 2002 schloss sie ihr Kunststudium an der University of California, Los Angeles ab und nahm am Whitney Independent Study Program teil. Mit den zeitbasierten Medien Film, Video, Performance und Installation untersucht sie die Bedeutung von Erinnerung und Repräsentation. Ihr wurden Einzelausstellungen bei 356 Mission, Los Angeles; Heidelberger Kunstverein; The Power Plant, Toronto und im Camden Arts Centre, London, gewidmet. Darüber hinaus waren ihre Arbeiten in internationalen Ausstellungen im Museum der Moderne, Salzburg; Imperial War Museum North, Manchester; MoMA, New York und der Kunsthalle Wien zu sehen.

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